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MICHAIL GENIN: "DIE UNEWIGEN GEDANKEN"

 

   VITA von Michail Genin

   "NEWECHNYJE MYSLI" (in Russisch)
  Aphorismen von Michail Genin komplett in "Moshkov's Library"

   "DER VATER" Mein Essay (in Russisch)

   VIDEO-AUFNAHMEN seiner Auftritte (in Russisch)

 
   
 
   
 
   
 
   

DIE UNEWIGEN GEDANKEN
Deutsch von Peter Ott

Mit dem Schreiben von Aphorismen habe ich sehr früh angefangen –
meine Frau und die Kinder schliefen noch.

Wie klein doch die Welt ist!  Man stößt immer nur auf sich selbst.

Eigentlich mag ich es nicht, in den Spiegel zu schauen, und jahrelang habe ich es auch vermeiden können.
Neulich aber blinzelte ich doch ein wenig – mein Gott! wie alt war er geworden!

Wer will, der kann, und wer nicht kann, der soll nicht wollen.

Es gibt Menschen, mit denen man alles teilen möchte, was sie besitzen.

Geben Sie mir doch bitte meine Vergangenheit zurück –
in der hatte ich eine so helle Zukunft!..

Für etwas Ruhe muss man teuer bezahlen. Oft mit dem eigenen Leben...

Nicht alles ist so schlimm, wie es scheint. Vieles ist noch viel schlimmer.

Der Mensch kann alles! Genau das machte mich hellhörig...

Ideen leben, sobald für sie gestorben wird.

Mit dem Knebel im Mund spricht es sich schlecht; dafür denkt es sich aber wunderbar!

Für die im Paradies Lebenden – ist die Hölle reine Exotik.

Stillschweigen des Volkes ist Gold des Tyrannen.

Der Duft von Freiheit wirkt auf Sklaven erstickend.

Bei der Leibesvisitation wurde nichts kompromittierendes gefunden außer der Intelligenz.
 
Das Geständnis der Schuld  mildert das Urteil  des Unschuldigen.

“Heutzutage erheben die Leute ihren Kopf viel wagemutiger“, gestand der Henker offen,
“das Arbeiten mit ihnen ist angenehm einfach geworden!“

Je wahrhaftiger die Lüge, umso gefährlicher ist sie.

Der Hungrige ist gutmütig, wenn er satt ist.

Die Opfer haben kein Alibi: sie können immer auf frischen Tat ertappt werden.

Die zeitgenössische Justitia: die Binde auf den Augen, die Watte in den Ohren, der Knebel im Mund.

Man kann die Seele töten, auch ohne ihr eine Existenz zuzugestehen.

Zuletzt ist der einzige Vorteil des Sklaven – er kann der Freiheit nicht mehr beraubt werden.

... Selbst die Unsterblichkeit dauert nicht ewig.

   

Wer würde sich heutzutage an Sisyphus erinnern, hätte dieser seinen Stein
erfolgreich auf dem Gipfel behalten!

Penelope hatte den Schwur geleistet – bis zu Odysseus Heimkehr treu zu bleiben.

In ihren Träumen erscheinen den Don Giovannis  keine Frauen, nur die Statuen des Komturs.

Versuch dir vorzustellen, dass für jemand die Bartholomäusnacht die Nacht der ersten Liebe war!..

Ob Giordano Bruno wohl geahnt hat, dass auf dem Scheiterhaufen die Unsterblichkeit auf ihn wartet?

   

 

Die Größten unter uns pflegen selten am Leben zu sein.

Das sicherste Merkmal des echten Poeten ist das Staunen über eine Welt,
die durch seine eigene Phantasie erschaffen wurde.
 
Nicht der ist Schriftsteller, der schreibt, sondern der, der auch gelesen wird.

Ob ein Mensch gelebt hat oder nicht, kann man erst nach seinem Tod sagen.

Mancher scheint zur Intelligenz zu gehören, ist aber gar nicht so übel.
 
Wie kann einer  nur so viele Fehler alleine machen?! bestimmt sind Sie ein eifriger Arbeiter!

Wie selten der Mensch doch die Hauptrolle im eigenen Leben spielt!

Es ist ein Glücksfall für einen Sänger, der keine Stimme hat, wenn ihm auch das Gehör fehlt.

“Machen Sie doch Licht“, schrie der Zuschauer. “Mir wird hier ganz Angst und Bange so allein!“

Der echte Schauspieler ist überall Schauspieler, sogar auf der Bühne.

Hätte der Bildhauer rechtzeitig alles Überflüssige abgeschlagen,
bliebe von dem Denkmal nur das Postament übrig.
 
Die Menschheit stammt von den Affen ab dank der Größe Charles Darwins.

-Wie lange, glaubst du, leben Papageie?
-Das hängt davon ab,  w a s  sie sprechen...

“Leben ist Bewegung“, stellte der Krebs rückwärtsgehend fest.

“Hätte ich bloß Flügel“, träumte die Schlange, “so könnte ich noch schneller kriechen!“

“Alles Geniale ist einfach“, sagte die Amöbe schon immer.

Auf den Homo sapiens blickend sinniert der Affe:
“Es gibt wirklich keine Grenzen für meine Vervollkommnung!“

“Du bist mein Sternchen“, hauchte er.  “ Du auch“, seufzte Sie...
Mein Gott, wie weit waren die beiden von einander entfernt!

Familienstand: ledig, dreifach.

Wenn es Hausfrauen gibt, müsste es auch irgendwo die Wilden geben.

Eunuch zu sein, ist keine Anstellung. Das ist Schicksal.

“Ich habe zwei Leidenschaften“, offenbarte er, “die Erste und die Zweite“.

Braucht ein Mensch nichts – dann fehlt ihm bestimmt etwas.

Wessen Bart rasiert denn der, der gar kein eigenes Gesicht hat?

Derjenige, der unter die Gürtellinie schlägt, ist für mich ein Zwerg.

Was haben wir alles noch nicht gemacht! Und was steht uns noch bevor, nicht zu machen!

Gebe es keine Dunkelheit, dann wäre die Lichtgeschwindigkeit gleich Null.

Die Stille...  Welch ein wunderbares Echo erregt sie!

Was ist euch lieber — die eigene Meinung oder alles übrige?

Trotz der Unsichtbarkeit der Gehirnwindungen ist es sehr auffallend, wenn sie nicht vorhanden sind.

Gebe es keine Hölle, wer würde davon träumen, ins Paradies hineinzukommen?

Ist das nicht schlimm, wenn die ganze Welt besser lebt, als du?

Dann kannst du  mit niemandem Mitleid empfinden.

Worüber denn mit dem Mann sprechen, mit dem man über nichts schweigen kann?!

Wie schön sind doch die vielen Dinge, die den Menschen jetzt umgeben!

Und mit jedem Tag bedrängender und bedrängender...

Letztendlich sollte ich beide Augen vor meinen Charakterschwächen zudrücken.

Ich habe es satt, mich an ihren Anblick zu weiden.

Langweile ich euch noch nicht? Nein? Schade!

Das Gewissen quält mich schon lange nicht mehr. Offenbar hat es Mitleid mit mir.

Was für ein ausgezeichneter Nekrolog!  Könnte man doch damit leben, leben...

   

S P R Ü C H E

 Alle Menschen sind Brüder. Kain

Die Menschheit wurde durch Arbeit erschaffen. Sisyphus

Wer sich seines Wertes bewusst ist, der feilscht nicht. Judas

Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein. Don Giovanni

So gebet dem Gott, was Gottes ist, und Cäsar, was des Cäsars ist. Brutus
 
Wenn schon ein Irrtum – dann aber ein bedeutender.  Kolumbus
 
Cogito, ergo sum.  Der Geist von Hamlets Vater
 
Je öfter ich das Meine lese, desto geistreicher werde ich!
Anonymus des XX. Jahrhunderts Michail Genin 

   

 I R O N I S C H E    R A T S C H L Ä G E
 
Hast du deinen Platz im Leben gefunden? dann warte, bis er frei wird.

Wenn niemand dich beneidet, dann frage dich, ob du richtig lebst.

Denk lieber nach, bevor du den Mund aufmachst, und nur dann schweig.

Lache über einen Witz so lange, bis du seinen Sinn verstanden hast...

Respektiere ruhig die Meinung der anderen, auch wenn sie deiner nicht widersprechen.

Pass auf dich auf! Kann sein, ich brauch dich noch.

Streit nie mit einer Frau, auch wenn sie tausendmal recht hat.

Mach das Leben der Menschen schöner – verziere es mit dir selbst.

Lass dich nicht von schlechten Menschen betrügen! Es gibt doch so viele gute...

Entspricht dein Aussehen nicht deiner Gesinnung, dann wechsle sie.

Lesen Sie doch Bücher! Einige von ihnen  wurden speziell dafür geschrieben.

Hab keine Angst vor dem Lebensabend! Er geht auch vorbei.

Sei doch optimistisch! – glaube ruhig, dass du lebst.

   

S I E    W I S S E N    E S    B E S T I M M T ...

Stößt du auf keine Schwierigkeiten mehr? Dann bist du bestimmt auf den falschen Weg.

Die Dummheit würde schon lange verschwunden sein, wäre sie bloß nicht so betriebsam.

Nichts hilft so gut die Einsamkeit zu überleben  wie der Neid.

Kleine Erfolge ärgern richtige Freunde nie.

Die Natur kennt keine Lücken. Deshalb wird die Stelle, die ein Hanswurst frei macht, sofort von einem anderen besetzt.

   

Die eigenen Charakterschwächen sind leichter zu überwinden,
wenn man gegen sie genauso gut angeht, wie gegen die Vorzüge der anderen.

Fällt deine Bescheidenheit niemanden auf, dann ist etwas faul an ihr.

Wer nur Gutes in dem Menschen sieht, riskiert das Beste zu übersehen.

Ein weher Zahn, bei lauter Musik gezogen, lässt den Arzt keinen Schmerz empfinden.

Lieber fortgehen, ohne sich zu verabschieden, als sich verabschieden, ohne zu gehen.

Lieber fortgehen, ohne sich zu verabschieden, als sich verabschieden, ohne zu gehen.

Die Lüge verschafft kaum sittliche Befriedigung, wenn sie schlecht bezahlt wird.

Wenn man sonst schon keine anderen Vorzüge hat, so scheint die Bescheidenheit auch nicht mehr so wichtig.

Würdest du mich mehr respektieren, als ich es verdiene,
dann würde ich dich für einen klügeren Menschen halten, als du es tatsächlich bist.

    DAS  AUTOEPITAPHIUM
Wenn Ihr mich braucht – habt keine Hemmungen, weckt mich auf! 
    Vladimir Wladimir Genin Musik music "The musik guild of future" professional music education for children youth directed by Composer Pianist Music teacher Munich Germany classic CD Chormusik events Event event Events klassische Musik Musikerzunft Zukunft professionelle Musikpädagoge MusikerZunft Musikausbildung Composer Russian composing
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